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UNSER CHRONIST IN LANGKAMPFEN
 

Mayr Heinz
Quellenweg 14
6336  Langkampfen

 

 

Einleitend einige Sätze zu meiner Person:

Ich bin am 22. Oktober 1935 als 2. von 5 Söhnen des „Oberlehrers" Mayr Johann in Itter (Brixental) geboren und aufgewachsen.
Nach einer Ausbildung als kaufmännischer Angestellter kam ich am 2. Mai 1958 zur GEMEINDE  LANGKAMPFEN.
Von 1958 bis 1994 (also 36 Jahre) war ich bei der Gemeinde Langkampfen (chronologisch geordnet) als Gemeindekassier, Finanzverwalter und Gemeindesekretär tätig.
Wann ich mit der CHRONIK der Gemeinde Langkampfen begonnen habe, weiß ich selbst nicht mehr genau! Es dürfte entweder Ende der Sechziger oder Anfang der Siebzigerjahre gewesen sein! Aus irgendeinem Anlass kam mir damals der Gedanke, dass es fürchterlich und unverantwortlich wäre, wenn von den Geschehnissen in der Gemeinde nichts festgehalten bzw. dokumentiert würde. 

 

Das war wohl die Geburtsstunde der GEMEINDECHRONIK!
 

 

Es gab dann drei Entwicklungsstufen:

Ich begann mangels Erfahrung) recht laienhaft mit der Sammlung von Zeitungsartikeln, Berichten und alten Fotos. Neue Fotos musste ich damals noch mit einem geliehenen Fotoapparat machen! Die Sammlung erfolgte in „Bananenschachteln"! Als ich dann einige Schachteln „gesammelt" hatte, stand ich vor der Entscheidung alles anzuzünden oder das so Gesammelte aufzuarbeiten! Gott sei Dank habe ich mich für das Letztere entschieden. So begann ich mit der Ablage in Ordnern, wobei die gesammelten Unterlagen chronologisch geordnet wurden.

 
Dann stand ich vor der nächsten wichtigen Entscheidung:

Es fehlte ein Index, der das Suchen eines bestimmten Ereignisses oder Fotos möglich macht.
So kam ich zu bitteren Erkenntnis, dass das Ganze in dieser Form mehr oder weniger wertlos war!
Damals kam mir erstmals der Gedanke an die Verwendung der EDV bei der Chronikarbeit. Es gab damals jedoch in Österreich noch keine geeignete SOFTWARE! Zeitgleich hat auch das TIROLER KULTURWERK (Abt. für die Chronisten Tirols) die Notwendigkeit des Einsatzes der EDV bei der Erstellung einer Gemeindechronik erkannt und hat sich sehr lange und intensiv bemüht, österreichweit eine geeignete Software ausfindig zu machen.
Dies ist dann Herrn Mag. Hörmanseder vom TIROLER KULTURWERK schließlich auch gelungen. Es ist dies das Programm „M-BOX" einer Computerfirma in Schwaz in Tirol: Im Einvernehmen mit dem TIROLER KULTURWERK wurde das Programm für die speziellen Bedürfnisse einer Gemeindechronik überarbeitet. Herr Mag. Hörmanseder hat sich dann (fast jahrelang) darum bemüht, dass das Land Tirol die Kosten für die GENERALLIZENZ für Tirol übernimmt und den interessierten Gemeinden jeweils TEILIZENZEN vergibt - und zwar „maßgesclmeidert" - nach den Bedürfnissen der betreffenden Gemeinde.
Herrn Mag. Hönnanseder ist es schließlich gelungen, eine Finanzierung für die GENERAL­LIZENZ „auf die Beine zu stellen" und so wurde die SOFTWARE für jede Gemeinde er­schwinglich! Das TIROLER KULTURWERK (Herr Mag. Hörmanseder) hat auch die laufende „Pflege" des Softwareprogrammes übernommen.
 

Dies war eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung.  Die Suche nach bestimmten Ereignissen oder Fotos ist damit nur mehr eine Sache von Sekunden bzw. maximal Minuten!
 

Der Chronist inmitten
seines "Schatzes"

 

Die CHRONIK von LANGKAMPFEN besteht derzeit aus
folgenden Sammlungen:
 

  1. die ORTSBILDCHRONIK mit ca. 1400 in der Hauptsache alten Bildern (20 x 30 cm)
  2. die ZEITCHRONIK; hier werden alle Themen, die den Menschen von heute „unter die Haut gehen" (Gesellschaft, Politik, Kriminalität, Kirche, Umwelt, Verkehr, Drogen, Gesundheit usw.) erfasst! Welche Themen erfasst werde sollen, darüber vertreten die Chronisten verschiedene Auffassungen. Ich persönlich bin der Meinung, dass sich die Zeitchronik nicht auf Geschehnisse „rund um die Kirche" beschränken sollte!
    Weiters werden in der Zeitchronik eigene Berichte des Chronisten über Geschehnisse in der Gemeinde in Schrift und Bild dokumentiert.
  3. der KUNSTKATASTER - mit Fotos und Berichten über Wegkreuze, Bildstöcke, Kapellen und alte Häuser
  4. Alte und neue Ansichtskarten, Fotos von Ortsansichten und einzelnen Häusern (Flugaufnahmen)
  5. alte Schulchronik
  6. EHRENBUCH der Gemeinde, in dem alle von der Gemeinde geehrten Personen mit Bild und Berichten dokumentiert sind.
  7. Alte und neuere Sterbebilder (sechs Ordner)
  8. Plakatsammlung

Wie sich die Arbeit und der Umfang der Chroniksammlung geändert hat, kann man daraus ersehen, dass zu Beginn (1971) drei Jahrgänge in einen Ordner passten. Jetzt -2002- sind es vier Ordner für ein Jahr! Für das Jahr 2000 wurden noch zwei „Sondersammlungen" mit je 4 Bänden angelegt.
Erwähnt soll auch werden, dass LANGKAMPFEN eine der ersten Gemeinden in Tirol war, in der das „M - BOX - Programm" angewendet wurde. Weiters muss hervorgehoben werden, dass die Gemeinde Langkampfen (die Bürgermeister und die Gemeinderäte) die GEMEINDECHRONIK von Beginn an in einer Weise unterstützt haben, wie dies wohl in ganz Tirol einmalig ist. Der gesamte Sachaufwand und die Kosten der Fotoausarbeitung werden von der Gemeinde bezahlt.
Meine Arbeit ist, seit ich die Chronikarbeit mache, ehrenamtlich (unentgeltlich)!
In der neuen Hauptschule in Langkampfen habe ich endlich auch einen schönen, großen und für die Aufbewahrung der Sammlungen (Fotos) geeigneten Raum bekommen. Der Raum ist auch hinsichtlich der Ausstattung (PC, Drucker, Scanner, Stellagen und Metallkästen) opti­mal!
 

Noch zwei Besonderheiten in der Gemeinde Langkampfen:
  1. Die „Eingabe" in den PC erfolgt durch zwei von der Gemeinde bezahlte Studentinnen (geringfügige Beschäftigung). Es wurden bisher ca. 1400 Bilder in die Ortsbildchronik eingescannt und ca. 15000 Datensätze für die Zeitchronik „eingegeben"!
  2. Die Gemeinde Langkampfen hat noch einen zweiten Chronisten, der die Geschichte der Gemeinde Langkampfen erforscht, alte Urkunden sammelt und auswertet. Er erstellt auf Wunsch auch Vereins - und Familienchroniken!
    Es ist dies Herr Lackner Franz,  Maurerbauer in Unterlangkampfen 191.

Zusammenfassend kann nach den bisher gemachten Erfahrungen gesagt werden, dass aus einem einst harmlosen Hobby eine ernsthafte Arbeit (oft sogar eine „Knochenarbeit") geworden ist. Die Gemeindechronisten sind bezirksweise zusammengefasst. Jährlich gibt es im Bezirk je eine „Jahrestagung", bei der die Chronisten wertvolle Erfahrungen austauschen können und eine "Arbeitstagung", die der Weiterbildung der Chronisten dient!
 

 

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